Vielleicht lässt sich aber gerade deshalb ein Charakteristikum herausstellen, nämlich das, dass in einem selbstverwalteten Wohnheim tatsächlich jeder Einzelne zum Klima im Haus beiträgt. Ein einziges neues Gesicht genügt, um plötzlich das Orchester, den Karate- oder den Eurythmiekurs und AK zum Thema Anthroposophie und Psychologie ins Leben zu rufen oder um auf den Stockwerken frischen Wind einzubringen. Denn jeder ist dazu eingeladen, an Freizeitprogramm, Verwaltung und Leben im Fichtehaus teilzunehmen und gemäß seinen Interessen mitzugestalten.
Damit das Zusammenleben in der selbstverwalteten Gemeinschaft funktioniert, übernimmt jeder Fichtehaus-Bewohner einen Dienst. So sind manche für die Bibliothek verantwortlich, andere pflegen den Garten, tüfteln an Reparaturen, stellen das Fichtehaus-Programm zusammen, kümmern sich um die Blumen oder – denn auch das muss schließlich gemacht werden – sie putzen. Ob das Treppenhaus schmutzig und stinkend ein Ort ist, den man so schnell wie möglich wieder verlässt, oder ob wir auf sauberen Fluren zwischen Topfpflanzen und Wandbildern gern auf ein Pläuschchen stehen bleiben, liegt also ganz an uns…
Rund um das Johann-Gottlieb-Fichte-Haus finden die Bewohner alles, was das Studentenherz begehrt. Edeka und Bioladen, Döner und China-Restaurant sorgen für unser leibliches Wohl. Die nächste Bushaltestelle liegt gleich gegenüber, zum Westbahnhof läuft man nicht weit und besonders mit dem Fahrrad sind Campus und Altstadt schnell erreichbar.